Claudia Grilletta

Studium der Sozialen Arbeit (FH) (B.A.), Systemische Familientherapeutin, Systemische Supervisorin

Claudia Grilletta ist Teamleitung im EVIM Projekt „upstairs“ zur Versorgung junger Menschen in Not. Sie ist Mitglied in diversen Gremien zum Thema wohnungslose Jugendliche sowie Arbeitskreisen für Fachkräfte zum Thema Psychische Erkrankungen, darunter seit 2017 als Teamtrainerin. Als Lehrbeauftragte der Hochschule RheinMain hat sie das Curriculum für das Praxissemester des Studiengangs Soziale Arbeit Recht und Management mitentwickelt.

 

Motto

„Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört auf etwas zu werden.“ (Sokrates)
In diesem Sinne: „Ich übe noch.“ (Loriot)


Claudia Grilletta, Lehrbeauftragte EVIM

„Die Kommunikation mit Menschen und ihre Vielfalt haben schon früh mein Interesse geweckt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Faszination auch in meiner Berufswahl widerspiegelt.

Seit meiner Ausbildung zur Erzieherin 2002 sammelte ich Berufserfahrung in zahlreichen Kindertagesstätten in Frankfurt am Main. Von 2006 bis 2010 studierte ich Soziale Arbeit an der Hochschule Rhein-Main.

Da ich bereits Erzieherin war, konnte ich bei EVIM bereits während meines Studiums mit einer halben Stelle im Projekt „upstairs“ als pädagogische Fachkraft arbeiten. Das war einerseits ganz schön viel Arbeit, aber auch sehr interessant, da ich Theorie und Praxis von Anfang an verbinden konnte. Davon hat meine fachliche Qualifikation unheimlich profitiert. Nach Abschluss meines Studiums übernahm ich die Teamleitung bei „upstairs“. Dieses spendenfinanzierte Projekt ist mir eine Herzensangelegenheit und begleitet mich schon sehr lange.

Parallel dazu habe ich wechselnd in den folgenden Angeboten gearbeitet: 2011-2014 Flex Emserstraße. 2014-2015 Mitarbeiterin des Betreuten jungen Wohnens für psychisch kranke Jugendliche und 2016 - 2019 im Außenbetreuten Wohnen in der Verselbständigung von jungen Menschen. Seit 2019 erprobe ich als Teamleitung mit meinen Kollegen ein neues Betreuungskonzept für Jugendliche, die erstmal in kein Raster passen – so entstand die Flex Wiesbaden.

Weiterbildung ist mir sehr wichtig. Ich habe die folgenden Zusatzqualifikationen: seit 2019 Systemische Familientherapeutin und seit 2021 Systemische Supervisorin.

Ich bin Mitglied in Gremien zum Thema wohnungslose Jugendliche sowie Arbeitskreisen für Fachkräfte zum Thema Psychische Erkrankungen, seit 2017 als Teamtrainerin. Ich bilde mich laufend im den Rechtsgebieten des Sozialgesetzes fort, um meinen Adressaten eine gute Sozialberatung bieten zu können. Ferner orientiere ich mich an der Lebenswelt meiner Adressaten und betreibe seit 11 Jahren Netzwerkarbeit in vielfältigen Kontexten. Ich habe außerdem langjährige Erfahrung in der Durchführung zahlreicher Spenderveranstaltungen sowie in der Vortragstätigkeit vor interessierten Jugendgruppen. Seit zwei Semestern bin ich Lehrbeauftragte der Hochschule RheinMain. Meine Aufgaben sind facettenreich - gerade das macht mir Freunde.

Der Film „Systemsprenger“ war ein Meilenstein und Initialzündung für neue Kooperationen. Der Film hat es geschafft, den jungen Menschen, die durchs Hilfesystem rutschen, eine Stimme zu geben. Bei der Filmvorführung mit anschließender Diskussion im Wiesbadener Programmkino Caligari haben wir alle Hand in Hand gearbeitet – die Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Jugendamt, die freien Träger der Jugendhilfe, die Hochschule - und berichteten aus unserer Arbeit. Da konnte man spüren, was sich in den letzten Jahren entwickelt hatte. Die Beiträge aus Forschung und Praxis haben endlich zueinander gefunden, die Perspektiven sind unterschiedlich, aber das Ziel ist das Gleiche.

Ich bin daher gerne bei der Lehrtätigkeit an der Hochschule mit eingestiegen. Mit großer Kreativität und Sorgfalt wurde das inhaltliche Curriculum für das Praxissemester des Studiengangs Soziale Arbeit Recht und Management gemeinsam entwickelt. Es war ein schwerer Start, denn pandemiebedingt wird nur online unterrichtet. Als Lehrende saßen wir über Monate vor dem schwarzen Bildschirm, wir hatten überhaupt keine Gelegenheit die Studierenden kennen zu lernen. Aber letztendlich ist alles gut gelaufen. Die prüfungsrelevanten Arbeitsergebnisse konnten sich sehen lassen.

Das Praxissemester mit dem Vertiefungsgebiet Systemsprenger wird fortgeführt. Es bietet den Student:innen eine gute Möglichkeit zu lernen, sich in die Lebenswelt der Jugendlichen einfühlen zu können. Die angebotenen Arbeitsgruppen waren sofort ausgebucht. Das ist ein Zeichen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Das Studium der Sozialen Arbeit mit seinen mittlerweile unterschiedlichen Ausrichtungen hat sehr an Professionalität und fachlichem Know How hinzugewonnen. Dass die Studierenden hier hautnah an die Praxis herangeführt werden, verspricht Qualität.

Es ist schön, zu einer guten Ausbildung beizutragen. Es ist besonders schön, die Not mancher junger Menschen ans Licht zu bringen. Davon werden sie profitieren."

Claudia Grilletta, Wiesbaden im Juni 2021