Nadja Zocaro

Motto

„je nach Situation viele ;)“


Nadja Zocaro, Lehrbeauftragte EVIM

Berufliche Position

Aktuell bin ich als Sozialpädagogin in einem Projekt für junge Menschen beim Caritasverband Mainz e.V. tätig. Seit dem SS 2022 bin ich zum ersten Mal als Lehrbeauftragte an der Hochschule Rhein Main im Studiengang „Management und Recht in der Sozialen Arbeit“ dabei.

Während meines Erststudiums an der JGU Mainz (Theaterwissenschaft, Soziologie und Pädagogik M.A.) habe ich u.a. im stationären Bereich der Jugendhilfe (Wohngruppen) gearbeitet. Nach dem Studium war ich zunächst lange Zeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Jugendzentrum) als auch in stationären und ambulanten Wohngruppen tätig. Somit war ich im Kontakt mit unterschiedlichen Zielgruppen sozialpädagogischer Arbeit. In meinem arbeitsbegleitenden Zweitstudium (Erziehungswissenschaft B.A. an der JGU) habe ich mich in meiner Abschlussarbeit mit Gangster Rap und Männlichkeitskonstruktionen beschäftigt. Soziale Prozesse, schwierige Lebensphasen junger Menschen als auch ihre künstlerische Ausdrucksformen mit einer langen Historie stehen im Gangster Rap in engem Zusammenhang. Rap verhandelt Stigmatisierung, Armut und Diskriminierung in einer besonderen Art und Weise aus Perspektive von Betroffenen.

 

Zum Projekt

In meiner Arbeit mit jungen Menschen begegnen mir häufig verschiedene Aspekte und Effekte sozialer Ungleichheit und Armut in Form verinnerlichter Stigmatisierungs- und Diskriminierungserfahrungen. Insofern ist das Thema Armut und Stigma etwas, das mir in der pädagogischen Arbeit seit jeher begegnet. Deshalb ist es mir wichtig, junge Menschen für solche strukturellen Hemmnisse und ihren zugrundeliegenden Mechanismen zu sensibilisieren - jenseits der vordergründigen Argumentation, ausschließlich selbst schuld am eigenen Dilemma zu sein.

Als Lehrbeauftragte im Projekt freue ich mich, den Studierenden einen Einblick in eine mögliche professionelle, authentische Grundhaltung im praktischen Arbeitsalltag mit jungen Menschen geben zu können. Mir ist dabei wichtig, sie für die Effekte sozialer Ungleichheit zu sensibilisieren, um damit weitere Stigmatisierung bewusst zu vermeiden mit dem Ziel, den Herausforderungen junger Menschen unvoreingenommen und anhand möglichst vielseitiger Perspektiven begegnen zu können.

Wiesbaden im April 2022