Simone Wittek-Steinau

Diplom-Pädagogin (Univ.) und Sozialmanagerin

Simone Wittek-Steinau ist Referentin für Personalentwicklung und Kooperation mit dem Schwerpunkt Personalgewinnung und Kooperationsprojekte. Seit 24 Jahren verantwortet sie verschiedene Arbeitsbereiche der EVIM Jugendhilfe, darunter 18 Jahre in Leitungsverantwortung, zuletzt Personalverantwortung für 120 Mitarbeiter*innen. Sie ist Mitglied des Vorstands von EREV, Evangelischer Erziehungsverband.

 

Motto

„Dass Praxiserfahrung und Theorie der sozialen Arbeit zueinander finden und sich aufeinander beziehen, das wollte ich immer.“


Simone Wittek-Steinau, Expertin EVIM Fach- und Hochschulkooperationen

„Eine gute Fachlichkeit ist der Schlüssel zu einer guten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien, die Hilfe brauchen. Die Lebensentwürfe sind heute so vielfältig (möglich), dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Die eigene Perspektive zu finden, ist da nicht immer einfach. Umso wichtiger ist es, dass die Studierenden ihre Empathie entwickeln, ihre Reflexionsfähigkeit wahrnehmen und pädagogische Theorien zu sich selbst in Beziehung setzen. Wir arbeiten in der Pädagogik sehr oft mit Hypothesen, da ist es geraten, bescheiden zu sein und immer voraus zu setzen, dass die Hypothese sich vielleicht nicht bewahrheiten lässt.

Ich kenne noch eine Zeit, in der man mit Telefon, Stift und Papier gearbeitet hat. Ich habe den ganzen Wandel der Digitalisierung miterlebt, ich habe miterlebt wie früher hart umkämpfte Rechte auf Mitbestimmung und Selbstbestimmung heute ganz selbstverständlich im Erziehungsstil der heutigen Generation angekommen sind und gelebt werden. Die fachliche Welt der Hilfen zur Erziehung war von Anfang an bunt und vielfältig, es gab immer, aber auch wirklich immer etwas Neues und Interessantes zu entdecken. So vielfältig wie die persönlichen Probleme jedes einzelnen immer ganz individuell sind, um so reicher wird der Erfahrungsschatz, den man im Laufe der Jahre sammelt und man hat die Gewissheit, dass es sich lohnt, die in Frage kommenden Antworten weiter zu geben.

Heute gestalte ich die Kooperationen mit den Hochschulen und Fachschulen, ich stehe für Expertengespräche zur Verfügung, ich beteilige mich bei der Gestaltung des Unterrichtsfachs Hilfen zur Erziehung, ich kann den Studierenden aus 24 Jahren Arbeit in der Jugendhilfe berichten. Und die Entwicklung geht stets weiter. Die Jugendhilfe wird mit der Gesetzesreform zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz in den nächsten Jahren ein neues Gesicht bekommen. Meine Vorstandstätigkeit beim Evangelischen Erziehungshilfeverband (EREV) ermöglicht mir den Austausch mit Experten auf Bundesebene, die aktuellen Entwicklungen sind immer präsent und man hat die Möglichkeit, über die Verbandsarbeit fachlichen und auch politischen Einfluss zu nehmen.

Diese gesammelten Erfahrungen gebe ich gerne an die Kolleg:innen und Student:innen weiter. Immer mit dem Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen, die Unterstützung brauchen, die gestärkt werden müssen, dies auch ausreichend bekommen.

Für mich persönlich ist das eine tolle Herausforderung: 24 Jahre Erfahrungen in der Jugendhilfe weiter zu geben, neue Entwicklungen und Herausforderungen zu sehen, die Studierenden zu unterstützen, gute Sozialarbeiter zu werden, das ist ein großes Geschenk. Die Heimerziehung hat viele Schattenseiten und auch dunkle Zeiten erlebt. Ich glaube, dass heute die Jugendhilfe in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und die Chancen auf eine Beteiligung noch nie so gut waren wie jetzt. Jedes Kind ist es wert. Und ich möchte so viele Menschen wie möglich für diesen Beruf begeistern. So wie dieser Beruf auch mich immer glücklich gemacht hat.“

Simone Wittek-Steinau, Wiesbaden im Juni 2021